Stopp – eine Atempause für MICH

In meinem vorherigen Blogbeitrag habe ich darüber berichtet, wie mir gerade die Menschen um mich herum begegnen und dass ich festgestellt habe, dass Mediation bei mir manchmal einfach nicht hilft.

Was aber sehr wohl helfen kann, ist sich vorzustellen, was ein lieber Freund oder ein Großelternteil einem sagen oder raten würde in einer belastenden Situation und es ist sehr erstaunlich, wieviel Milde und Anerkennung oft aus uns heraussprudelt, wenn wir die Perspektive wechseln.

Woher kommt das?

Im Grunde kommen diese Antworten aus deinem Herzen, deiner inneren Weisheit. Jeder Mensch besitzt eine innere Weisheit, doch unsere moderne Welt baut Hindernisse zwischen uns und unserer Intuition auf. Berge von Mails, von Sounds, die auf eingehende Mails hinweisen, surrende Mobiltelefone, die ständige Hektik oder aktuelle Einschränkungen in unserem Alltag sind lauter Gründe, warum wir unsere innere Stimme nicht mehr hören.

Dabei ist unsere Intuition eine tiefe Quelle von Wahrheit. Was wir alle schon mal erlebt haben sind Dinge wie Eingebungen, Bauchgefühl, eine innere Stimme eben, die uns sagt, was wir tun oder besser lassen sollten.

Die Übung, bei der du dir vorstellst, was dein bester Freund dir raten würde ist eine Übung, die deine innere Weisheit anzapft, denn im Grunde bis du selbst dieser beste Freund, ein wohlwollender Großelternteil. Du kannst es dir auch andersrum vorstellen und dich selbst fragen: Was würde ich jetzt einem Freund sagen, wenn dieser sich jetzt mit diesem Problem an mich wenden würde?

Es hilft sich aus dem Geschehen etwas rauszuziehen, um diese Antwort spontan in Klarheit zu erhalten. Ein kleiner Spaziergang, in Stille aus dem Fenster in die Weite blicken oder einfach ein wenig Tagträumen, können dir auch dabei helfen diesen Kontakt herzustellen.

Kritikern sei gesagt, dass unser Herz mehr Neuronen (Nervenzellen) besitzt als unser Gehirn. Deshalb spricht man auch von Herzintelligenz.

Wissenschaftler, die sich mit der Weisheit auseinandergesetzt haben, wollten herausfinden, wann wir einen Menschen für „weise“ halten. Es sind diejenigen, die das Verhalten anderer beobachten und versuchen zu verstehen – nicht zu urteilen. Das Urteilen gelingt uns ja sehr leicht. Unser Gehirn versucht automatisch Dinge in gut oder böse einzusortieren. Weise wäre es also, diesem Impuls zu widerstehen. Das ist wiederum der Ansatz der Achtsamkeitspraxis, genau diesen Autopiloten abzuschalten und selbst wieder den beobachtenden Platz am Steuer zu übernehmen.

Versuchen wir den anderen zu verstehen, können wir auch bessere Hilfen geben und selbst sinnvollere Entscheidungen treffen. Es funktioniert wie eine Art Blaupause.

Außerdem ist wichtig zu verstehen, dass unsere Steuerungssoftware (Gehirn) darauf ausgelegt ist im Multitaskingmodus unterwegs zu sein. Neurowissenschaftler haben längst bewiesen, dass es nur sequenzielles Tasking gibt. Wir schalten schnell von einer Aufgabe zur anderen. Unser Gehirn hat sich so entwickelt, dass es sich nur auf eine Sache fokussieren kann. Man konzentriert sich auf eine Sache und das Gehirn ignoriert alles andere. (Unser Gehirn brauchte das, um Tiere zu jagen und Gefahren wahrzunehmen).

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit also auf unseren Atem lenken, ziehen wir sie automatisch von der ersten Aufgabe oder den anderen ab. Wenn wir uns zum Beispiel auf ein Gespräch konzentrieren und achtsam zuhören, gehen andere Gespräche an uns vorbei. Wenn wir nach Hause kommen, die Tür aufschließen und gleichzeitig das Smartphone klingelt, um uns an einen Termin zu erinnern, erinnern wir uns später nicht mehr daran, wo wir den Schlüssel hingelegt haben.

Da mag zunächst etwas frustrierend klingen, erklärt aber, warum Mediation funktioniert! Solange du es schaffst, bei deinem Atem zu bleiben, ausschließlich diesen zu fokussieren, kannst du innere Stille finden und den Rest ausblenden. Wie lange du diesen Fokus hältst, hängt von deinem Trainingszustand ab 😊. Dein Gehirn muss genauso wie dein Gluteus (Po) trainiert werden. Hilfreich kann es sein den Atemfokus mit einem Mantra zu verbinden.

 „Ich nehme einen Atemzug für MICH“.

Dann spüre mal nach, wie es dir danach geht. Gut? Dann gleich noch mal einen Atemzug. Und gut? Dann gleich noch mal einen. Steigere auf 10 Atemzüge hintereinander. Speichere die Stille und positive Gefühl ab. Das ist dein Anfang! Bleib dran!

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